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„Lassen Sie das nicht zu!“ – Eindringliche Worte einer Holocaust-Überlebenden

Stille.

Selten findet man einen Ort in der Schule, an dem Stille herrscht.

Am Montag, den 28.04.2025, herrschte trotz voll besetzter Mensa durch die Jahrgangsstufe E Stille. Grund war Henriette Kretz-Daniszewska, geboren 1934 in der polnischen Stadt Stanisławów (heute Ukraine), Holocaust-Überlebende.

Schaute man in der rund zweistündigen Veranstaltung, welche die Geschichtslehrkräfte Julia Teich und Fabian Zipp über das Bistum Limburg organisiert hatten, in die Gesichter der Jugendlichen, sah man Betroffenheit, Fassungslosigkeit, Aufmerksamkeit und echtes Interesse an der Überlebensgeschichte der verfolgten Zeitzeugin der Nazi-Diktatur.

Henriette Kretz-Daniszewskas Leben begann als das eines ganz normalen Kindes. Ihr Vater praktizierte im Jahr ihrer Geburt als HNO-Arzt, ihre Mutter arbeitete als Anwältin. Doch bereits im Alter von circa fünf Jahren vernahm sie in ihrem Wohnort in der Nähe von Opatów im südöstlichen Polen das erste Mal das Wort „Krieg“ und schon bald spürte sie als Kind, was das bedeutete: Nach dem Überfall auf Polen im Herbst 1939 floh die Familie vor den heranrückenden Deutschen. Henriette kam mit ihren Eltern zuerst nach Lemberg. Dort versorgte ihr Vater Verwundete, die sich Hitlers Eroberung Polens entgegenstellten. Bald darauf zogen sie weiter ins benachbarte Sambor, wo ihr Vater Direktor eines Sanatoriums für tuberkuloseerkrankte Kinder wurde. Da der Vater aus Verantwortung für die kranken Kinder mit seiner Familie nicht mit den Russen flüchtete als die Deutschen die Gebiete besetzten, spürte die Familie bald die Folgen ihrer Entscheidung: Henriette durfte nicht zur Schule, ihr Vater erhielt ein Berufsverbot, seit dem 9. Lebensjahr trug sie sichtbar den Davidstern.

Henriette war eine Jüdin unter vielen, die genau wie Sinti und Roma laut der arischen Rassentheorie kein Recht auf Überleben hätten. Ein Offizier sprach zu ihr als Kind: „Es gibt zwei Völker, die unmenschlich sind: die Juden und die Sinti und Roma.“ In nur fünf Jahren wurden sechs Millionen Juden und 150000 Sinti und Roma vernichtet. Henriette, dem Tode immer nahe, überlebte den Abtransport der jüdischen Kinder, das Ghetto, die monatelangen geheimen Verstecke hinter einem Schrank, im Kohlekeller und auf einem Dachboden. Von den Nazis entdeckt und ins Gefängnis geworfen, entkam sie, musste dann aber kurz vor Kriegende miterleben, wie ihre Eltern erschossen wurden. Sie selbst konnte fliehen.

In eindringlichen Worten erzählt die Zeitzeugin, wie übermächtig das Gefühl der Einsamkeit zu diesem Zeitpunkt war: sie hatte kein Zuhause mehr, keine Eltern und Bekannte, sie wusste nicht, wem sie noch trauen konnte. Denjenigen, die sie verstecken würden, drohte selbst die Todesstrafe. Schließlich kämpfte sie sich von Busch zu Busch bis zu einem Waisenhaus vor, in welchem eine ehemalige Mitarbeiterin ihres Vaters als Nonne das Heim leitete. Diese erkannte das Mädchen, gab ihr einen anderen Namen, nahm sie im Heim auf und versteckte sie dort, was ihr das Leben rettete

Henriette Kretz-Daniszewska, welche nach dem Krieg auf Umwegen nach Antwerpen kam, studierte später Kunstgeschichte und wurde Lehrerin für Französisch in Israel, wo sie insgesamt 13 Jahre lang lebte. 1969 kehrt sie nach Antwerpen zurück. Ihre Erinnerungen hat sie in dem Buch „Willst du meine Mutter sein?“ festgehalten. Seit 2024 gibt es auch eine kurze filmische Dokumentation des SWR unter diesem Link. Ihr ist es wichtig, ihre Geschichte immer wieder zu erzählen und im Besonderen die Jugendlichen anzusprechen: „Ich bin gekommen, damit ihr nicht in einer Diktatur lebt. Ich bin nicht gekommen, um euch Märchen zu erzählen, sondern die Wahrheit. Ich habe sie erlebt. Macht, dass das nicht noch einmal passiert.“

Sichtlich ergriffen verließen die Schülerinnen und Schüler die Mensa. Einige suchten im Anschluss das persönliche Gespräch, um noch einige Momente innezuhalten. Wer sich weiter mit dem Thema befassen will, findet unter https://zeitzeugen.bistumlimburg.de/ Hinweise für weitere Zeitzeugenprojekte.

Textgrundlage: Selina Baer, ROS

Text: MNC

Europatag am 9. Mai: Europa erleben – mit Spiel, Spaß und Wissen

Am gestrigen Europatag drehte sich bei uns alles um den Kontinent, den wir unser Zuhause nennen. Die Wahlunterrichtskurse der Jahrgangsstufe 9 (geleitet von Frau Eirich) und der Jahrgangsstufe 10 (unter der Leitung von Frau Zerbe) hatten sich etwas ganz Besonderes ausgedacht: Für die sechsten Klassen organisierten sie eine abwechslungsreiche Europa-Rallye mit spannenden Mitmachstationen.

Ziel war es, den Jüngeren Europa auf spielerische Weise näherzubringen – als vielfältigen Kontinent voller gemeinsamer Werte, offener Grenzen und kultureller Besonderheiten. So konnten die Sechstklässler zum Beispiel bei einer Flugstation durch den Schengenraum reisen, sich beim Europa-Brettspiel in Wissen messen, europäische Süßigkeiten den passenden Ländern zuordnen oder bei einer Schnitzeljagd quer durch die Schule auf Entdeckungstour gehen. Mit einem Laufzettel ausgestattet, hatten sie jeweils eine Doppelstunde Zeit, möglichst viele Stationen zu absolvieren.

Neben sportlichen Herausforderungen und süßen Belohnungen lernten die Schüler und Schülerinnen nicht nur neue Fakten über Europa, sondern konnten auch in kleinen Interviews ihr europäisches Lieblingsland und ihre Traumreiseziele verraten.

Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten für diesen etwas anderen und gelungenen Schultag – so macht Europa Spaß!

Judith Zerbe und Nina Eirich

Physik-Labor – Klassen 7g1 und 10g4 experimentieren an den Unis Gießen und Frankfurt

Sie erzeugen Muster mit Klängen und entfachen einen kleinen Sturm in einer Wasserschale. Dies und viele weitere Experimente zum Thema Akustik führten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7g1 durch. Mit ihrer Physiklehrerin Nina Pandikow besuchten sie am 8. Mai 2025 das Physik-Schülerlabor an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Wie weit kommen Alphastrahlen in Luft? Wie kann man sie abschirmen oder ablenken? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Klasse 10g4 im Schülerlabor Radioaktivität. Am 7. Mai 2025 machte sich die Schülerinnen und Schüler mit ihrem Physiklehrer Torsten Döring auf den Weg an die Goethe-Universität Frankfurt. Neben den Versuchsreihen mit Alpha-Strahlen, standen der Bau einer einfachen Nebelkammer auf dem Programm. In der Nebelkammer kann man die Spuren der unsichtbaren Alphateilchen sehen – wie Kondensstreifen am Himmel.

Musikalische Vielfalt beim Podiumskonzert der Tilemannschule

Große Talente und Gänsehautmomente

Am 1. April 2025 verwandelte sich die Aula der Tilemannschule zum Konzertsaal für ein beeindruckendes Podiumskonzert. Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen präsentierten ihr musikalisches Können – von den Instrumentalanfängern der Unterstufe, welche in Kooperation mit der Kreismusikschule schon stolz beachtliche Fortschritte darboten, bis hin zu beeindruckenden Soloauftritten auf professionellem Niveau. Unter den Darbietenden waren auch Preisträgerinnen von „Jugend musiziert“ sowie ein Teilnehmer von The Voice Kids.

Das Programm war sowohl von den Genres als auch von den Instrumenten bunt gemischt: Streicherensembles, Pianistinnen und Pianisten, Gitarristen, Sängerinnen und Sänger sowie Beiträge auf dem Altsaxophon und der Trompete sorgten für eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Mischung. Ob klassische Werke wie das „Siciliano“ von Bach oder die „Nocturne Es-Dur“ von Gabriel Fauré oder moderne Pop-Interpretationen von Coldplay, Christina Perri oder John Lennon – die jungen Musikerinnen und Musiker zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig musikalische Bildung an der Tilemannschule gelebt wird.

Die Aula war bis auf den letzten Platz gefüllt und das Publikum zeigte sich begeistert.

Ein besonderer Dank gilt den Musiklehrkräften der Tilemannschule sowie der Kreismusikschule, die mit viel Engagement und Feingefühl ihre Schülerinnen und Schüler auf diesen Abend vorbereitet haben.

Schulskifahrt LK Sport 2025 (Hochzillertal)

Am 14. Februar startete unsere langersehnte Skifahrt. Um 21:30 Uhr machten wir uns von der Tilemannschule aus auf den Weg nach Fügen ins Hochzillertal – eine zehnstündige Fahrt. Begleitet wurden wir von Herrn Schneider, Herrn Morawietz und Frau Koch, die uns während der gesamten Woche als Skilehrer betreuten. Jeden Tag übernahmen sie eine andere Gruppe – mal die Anfänger, mal die Fortgeschrittenen und mal die Experten.

Nach unserer Ankunft in Fügen bekamen wir einen ersten Blick auf unsere Unterkunft. Müde von der Fahrt, aber gespannt auf die kommenden Tage, bezogen wir unsere Zimmer. Von da an folgte eine tägliche Routine: Um 6:30 Uhr aufstehen, um 7:00 Uhr frühstücken und um 8:15 Uhr wurden wir vom Skibus abgeholt, der uns zur Gondel brachte.

Tag 1: Ankommen und erste Orientierung

Am ersten Tag fuhren wir noch nicht Ski, sondern machten eine Wanderung durch Fügen zur Gondelstation, um unsere Skipässe abzuholen. Es war eine gute Gelegenheit, das Dorf kennenzulernen und uns auf die kommenden Tage einzustimmen.

Tag 2 bis 4: Ski, Ski, Ski!

Am zweiten Tag begann dann endlich unsere Skifahrt so richtig. Wir wurden in drei Gruppen eingeteilt: Anfänger, Fortgeschrittene und Experten. Bis 12:30 Uhr hatten wir Unterricht, danach folgte eine Mittagspause, bevor wir für weitere 1 bis 1,5 Stunden auf die Piste gingen. Um 16:30 Uhr holte uns der Bus im Tal wieder ab. Die nächsten Tage liefen ähnlich ab – wir verbesserten unsere Fähigkeiten und wurden immer sicherer auf den Ski. Am vierten Tag fihren wir zum ersten Mal alle gemeinsam als Gruppe.

Tag 5: Experten als Skilehrer

Am fünften Tag gab es eine kleine Besonderheit: Sechs der Experten begleiteten die Anfänger für zwei Stunden und unterstützten sie gemeinsam mit den Lehrkräften. Es war spannend zu sehen, wie viel Fortschritt jeder Einzelne gemacht hatte, und es machte Spaß, unser Wissen weiterzugeben.

Tag 6: Der große Prüfungstag

Am sechsten Tag wurde es ernst: Unsere Skiprüfung stand an. Um 9:30 Uhr erreichten wir die rote Piste, auf der wir unser Können unter Beweis stellen mussten. Alle meisterten die Prüfung erfolgreich – ein erfolgreicher Abschluss.

Tag 7: Heimreise

Am siebten und letzten Tag hieß es Abschied zu nehmen. Um 12:00 Uhr traten wir die Rückfahrt an und kamen gegen 22:00 Uhr wieder an der Tilemannschule an.

Abende voller Spaß und Gemeinschaft

Auch abseits der Pisten hatten wir eine großartige Zeit. Jeden Abend gab es entweder Präsentationen, einen Spieleabend oder wir schauten gemeinsam die Champions League – perfekte Gelegenheiten, um den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.

Fazit

Die Skifreizeit war ein schönes Erlebnis. Trotz einiger weniger Stürze – egal ob von Anfängern oder Experten – hatten wir unglaublich viel Spaß. Es war eine Woche voller Herausforderungen, Fortschritte und gemeinsamer Erlebnisse, die uns als Gruppe noch enger zusammengeschweißt haben.
Ein großes Dankeschön an Herrn Schneider, Herrn Morawietz und Frau Koch, die uns nicht nur begleitet, sondern uns auch mit viel Geduld und guter Laune unterstützt haben. Wir können mit Sicherheit sagen: Diese Woche war einfach großartig!

Empathisch, kreativ und klare Werte – Melanie Müller-Schlaudt gewinnt Deutschen Lehrkräftepreis

Am 31.03.2025 erhielt unsere Lehrerin Melanie Müller-Schlaudt in Berlin eine ganz besondere – wohl einmalige Auszeichnung in der beruflichen Laufbahn: Der Deutsche Lehrkräftepreis, welcher jährlich verliehen wird, basiert auf Nominierungen der Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge, welche in Eigeninitiative Lehrkräfte für diese Auszeichnung vorschlagen können. Es sollen jene Lehrkräfte Anerkennung finden, die in besonderem Maße für Haltung und Werte stehen, innovative Unterrichtsideen umsetzen, Begeisterung wecken und Fähigkeiten individuell fördern. All dies hat Frau Müller-Schlaudt all die Jahre geschafft und Schülergenerationen positiv geprägt:
„Ich habe mich bei Ihnen immer sicher und gesehen und verstanden und insgesamt einfach gut aufgehoben gefühlt.“
„Als Lehrerin war sie nicht nur offen und herzlich im Umgang mit uns, sondern viel mehr wie ein Kompass, der uns eine Richtung gegeben hat.”
So hebt auch die Jury hervor, dass es Frau Müller-Schlaudt sehr gut gelingt, mit fachlicher Kompetenz Interesse und Neugier am Fach zu wecken und gleichzeitig als Vorbild und konsequenter Wertevermittler aufzutreten.
In der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkräfte“ bekam die Lehrkraft der Tilemannschule als eine von zehn Preisträgerinnen und Preisträgern deutschlandweit die Auszeichnung.


Diese Nachricht verbreitete sich am Montag in der Schule wie ein Lauffeuer. „Um eine solch außergewöhnliche Auszeichnung zu erhalten, müssen mindestens zwei Dinge erfüllt sein: Erstens braucht es eine Lehrkraft, die sich mit pädagogischer wie fachlicher Exzellenz in besonderem Maße für ihre Schülerinnen und Schüler engagiert. Zweitens – und das sehe ich als großes Kompliment für die Tilemannschule – bedarf es einer Schulkultur, in der gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung einen besonderen Stellenwert haben und einen fruchtbaren Boden für herausragende pädagogische Leistungen und erfolgreiches gemeinsames Lernen bieten. Damit darf ich nicht nur Frau Müller-Schlaudt zu ihrer gleichermaßen verdienten wie beeindruckenden persönlichen Auszeichnung herzlich gratulieren, sondern auch der gesamten Schulgemeinschaft dafür danken, dass solche Erfolge an der Tilemannschule möglich sind. Das Studienseminar Wiesbaden beglückwünsche ich dazu, mit Frau Müller-Schlaudt eine Ausbilderin in seinen Reihen zu haben, deren pädagogische Qualitäten unmittelbar der Ausbildung neuer Lehrkräfte zugutekommen.“, berichtet Dr. Holger Fröhlich als Schulleiter der Tilemannschule stolz.
Auch Michael Scholz als Leitender Regierungsdirektor des zuständigen Staatlichen Schulamtes gratuliert anerkennend: „Es ist beeindruckend, wie vielfältig und erfolgreich sich Frau Müller-Schlaudt für die Schülerinnen und Schüler der Tilemannschule, aber auch für die sich noch in Ausbildung befindlichen Lehrkräfte einsetzt. Ich bin sehr froh, dass durch den Deutschen Lehrkräftepreis ein solches herausragendes Engagement adäquat gewürdigt wird und danke Frau Müller-Schlaudt herzlich für ihre großartige Arbeit in Schule und Studienseminar.“

Fotos: MUS

Weitere Informationen auch unter:
fr.de – Lehrerinnen aus Hessen bei Bundeswettbewerb ausgezeichnet
lehrkraeftepreis.de – Melanie Müller-Schlaudt 2024
kultus.hessen.de – Hessische Lehrkräfte beim deutschen Lehrkräftepreis 2024 ausgezeichnet

Tile-Bigband: Zweitbeste hessische Nachwuchs-Bigband

Bild: hr/Sebastian Reimold

Am Sonntag, den 19.01.2025 fand im Sendessaal des Hessischen Rundfunks in Frankfurt das Finale des Landeswettbewerbs „Jugend jazzt Hessen für Bigbands“ statt, für das sich die drei besten Bigbands im Alter von bis zu 24 Jahren qualifiziert hatten.

Bild: hr/Sebastian Reimold


Bei ihrer ersten Teilnahme an diesem Wettbewerbsformat ist es der Tile-Bigband unter der Leitung ihres Musiklehrers Sebastian Fröhlich gleich gelungen, einen hervorragenden 2. Platz zu erspielen. Mit laut Jury „sehr guten Solistinnen und Solisten und einem hervorragenden Rhythmusgefühl“ überzeugte die Tile-Bigband Jury und Publikum gleichermaßen. Die Musikerinnen und Musiker zeigten sich im Anschluss stolz über die erbrachten Leistungen und wurden mit viel Jubel und Applaus für ihre Darbietung im hr-Sendesaal belohnt.

Bild: hr/Sebastian Reimold


In einem engen Finale erreichte die LIO-Bigband aus Darmstadt den ersten Platz, die IKS Swing Kids aus Rüsselsheim, die den Wettbewerb die beiden letzten Male jeweils gewonnen hatten, belegten den 3. Platz.

Bild: hr/Sebastian Reimold


Im Vorfeld des Wettbewerbs war ein Kamerateam der Hessenschau zu Besuch in der Tilemannschule und hatte diese bei einer Probe sowie beim Wettbewerb begleitet. Zu sehen ist der Beitrag über den folgenden Link und in der ARD-Mediathek:

Video: Landeswettbewerb „Jugend jazzt“ im hr-Sendesaal (externer Link)

Bild: hr/Sebastian Reimold
Bild: hr/Sebastian Reimold

Wie ein Flug um die Welt für Bildung sorgt

Reiner Meutsch Stiftung Fly & Help zu Gast an der Tilemannschule.

Am 4. November erlebten die Schülerinnen und Schüler der Tilemannschule einen Vormittag der ganz besonderen Art. Sie waren Gäste eines grandiosen Bühnenprogramms von Reiner Meutsch mit seiner Stiftung Fly & Help: In einer atemberaubenden Live- Show berichtete Reiner Meutsch von seiner einjährigen Weltumrundung in einem Kleinflugzeug. Er nahm die Schülerinnen und Schüler mit in sein Cockpit und zeigte die ganze weite Welt von oben, wie er sie im Jahr 2010 selbst erlebte. Das Publikum staunte über die vielfältige und farbenprächtige Tierwelt, die abwechslungsreichen Landschaften und die kulinarische Vielfalt. Umrahmt wurde der Vortrag durch eine Sängerin von „König der Löwen“, welche mit ihrer Stimmgewalt die Atmosphäre im Publikum untermalte.


Reiner Meutsch, kommentierte die Bildershow selbst, und zeigte auch die Armut in vielen Ländern – besonders leidende Kinder ohne ein Zuhause, ausreichende medizinische Versorgung, unter Hunger oder ohne annehmbare Bildungsbedingungen. Durch seine Besuche von Hilfsprojekten in Ghana, Ruanda, Indien, Indonesien sowie Brasilien leistete er bereits während seiner Weltreise erste Unterstützung. Diese fünf Projekte waren der Anfang einer langfristig angelegten Bildungskampagne der gegründeten Stiftung.
Mit dieser will er erreichen, dass noch mehr Kinder eine Zukunft haben und daher unterstützt er den Bau von Schulen in Entwicklungsländern. Denn Schulbildung ist die Grundlage für ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben. Wer Lesen und Schreiben lernt, kann sich seine eigene Meinung bilden und bestehende Ungerechtigkeiten hinterfragen. Bis heute konnten über 600 Fly & Help Schulen verwirklicht und den Kindern so Hoffnung geschenkt werden.

Mit dem von der SV und der ehemaligen Schulleiterin Regine Eiser-Müller initiierten Hilfsprojekt will auch die Tilemannschule dazu beitragen, dass der Bau einer weiteren Schule ermöglicht wird. Dazu sind bereits Spenden u.a. durch den Spendenlauf der Schülerinnen und Schüler vor den Sommerferien zusammengekommen. Nach der Live-Show stellte die Stiftung den Schülerinnen und Schüler vor, was mit ihrem „erlaufenen Geld“ passieren soll, sobald die Tilemannschule die benötigte Spendensumme gesammelt hat: in zwei festen Klassenräumen mit Sanitäranlagen sollen zukünftig Mädchen und Jungen im Senegal lernen können.

Ein Vormittag, der den Lernenden unter die Haut gegangen ist und zeigt, wie wir unsere Lebens- und Bildungsbedingungen schätzen können. Weitere Spenden werden gerne über das Schulkonto entgegengenommen.

Wenn der Hammerfisch die Zähne geputzt bekommt

Kunstprojekt im Juli 2024: Die fertig gestaltete Flurwand

Die fantastische Unterwasserwelt in der Kinderklinik St. Vincenz-Krankenhaus

In der letzten Schulwoche vor den Sommerferien verwandelte sich die Kinderstation des St. Vincenz-Krankenhauses in eine bunte Kunstwerkstatt. Mit ihrer Lehrerin Patricia Janning nahmen über 20 Schülerinnen und Schüler der Tilemannschule an diesem kreativen Malprojekt teil, das nicht nur Abwechslung in den Klinikalltag brachte, sondern die Kinderstation in eine fantasievolle Unterwasserwelt verwandelte.

Das Projekt wurde vom Lions Club Limburg Goldener Grund initiiert. Es zielt darauf ab, den Krankenhausaufenthalt der Kinder zu erleichtern und ihnen gleichzeitig Freude und Zuversicht zu schenken.

Kunstprojekt im Juli 2024: Arbeiten in der letzen Woche vor den Sommerferien

Das Kunstprojekt begann bereits im Jahr 2023 mit dem Kunst-Leistungskurs des Abiturjahrgangs 2024. Das im Vorraum der Kinderklink stehende Aquarium inspirierte die Schülerinnen und Schüler des Kurses. Sie malten die ersten Meerestiere an die Wände der Station.

Der Lions Club Goldener Grund unterstützte das Projekt auch in diesem Jahr finanziell. So konnte Patricia Janning die kinderfreundliche Gestaltung der Kinderstation des St. Vincenz-Krankenhauses fortführen und erweitern. Diesmal konnten alle Interessierten an dem Kunstprojekt teilnehmen. So entstand ein jahrgangsübergreifendes Projekt von kunstinteressierten Lernenden der Tilemannschule Limburg.

Schon einmal, im Jahr 2023, hatten die Schülerinnen und Schüler an einem Kunstprojekt in St. Vincenz gearbeitet.

Die Künstlerinnen und Künstler trafen sich einige Male nachmittags und sammelten erste Ideen. Bald wurden Skizzen angefertigt und es hieß schnell: Die fantastische Unterwasserwelt wird erweitert. Wegen des positiven Feedbacks für das Projekt 2023, wurde nun nicht nur der Wartebereich, sondern auch der Gang sowie die Patientenzimmer der Kinderstation gestaltet.

Kunstprojekt im Juli 2024: Detail der Flurwand

Es war eine Herausforderung, zu den vielen bekannten Unterwassertieren aus dem Jahr 2023, andere Tiere in das Konzept zu integrieren und ihnen medizinische Besonderheiten zuzuweisen. So wurden verbundene Flossen, Pflaster, Spritzen und Stethoskope geplant und skizziert. Außerdem sollte jeder Meerescharakter einen Steckbrief und somit eine ganz individuelle Persönlichkeit erhalten, sodass die Kinder sich mit den Tieren identifizieren können.

Mit der Umsetzung der Ideen begannen die Lernenden gemeinsam in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien. Sie trafen sich täglich zum Schulbeginn vor dem Krankenhaus und malten und berieten sich gemeinsam stundenlang. Außerdem stärkte das gemeinsame Pinseln an einer neuen Unterwasserwelt den Gruppenzusammenhalt der Künstlerinnen und Künstler.

Kunstprojekt im Juli 2024: Arbeiten in der letzen Woche vor den Sommerferien

Darüber hinaus entstanden spontan neue Ideen und Geschichten, welche die unterschiedlichen Meerestiere untereinander verbinden und lebendig wirken lassen, z. B eine Band aus Fischen, Muscheln und Krebsen oder die Crew eines Schiffswracks, bestehend aus Krabben.

Kunstprojekt im Juli 2024: Arbeiten in der letzen Woche vor den Sommerferien
Kunstprojekt im Juli 2024: Arbeiten in der letzen Woche vor den Sommerferien

Während des Malens erlebten die Schülerinnen und Schüler den stressigen Klinikalltag mit. Besonders an den ersten Tagen mussten sie immer wieder unterbrechen, um die Patientenaufnahme nicht zu behindern. Den Stress, der im Krankenhaus herrscht, bekamen sie am eigenen Leib mit. Auch sahen sie junge Patientinnen und Patienten, wie sie auf Liegen in die Zimmer geschoben wurden – die Umstände einer Notaufnahme wurde jedem Beteiligten bewusst – statt in der Schule war man mitten im Geschehen des Alltags des Krankenhauspersonals.


Auf dem Foto zu sehen: Vertreter und Vertreterinnen des Lions Club Limburg Goldener Grund (Peter Jefremow, Mitglied, Sascha Huth, Past-Präsident, Andreas Friedrich, Präsident, Prof. Dr. Karen Reimer, Mitglied und Leiterin des Projektes) sowie Dr. Holger Fröhlich (Schulleiter der Tilemannschule), Prof. Dr. Rupp (Chefarzt der Kinderklinik), Patricia Janning (Kunstwerkstatt Kukunat) und die kreativen Schülerinnen und Schüler

Mit all diesen Eindrücken im Gepäck war es das Ziel der jungen Künstlerinnen und Künstler, den Kindern etwas Raum für Hoffnung und Freude zu schenken sowie ihnen Abwechslung und Ablenkung vom oft tristen Klinikalltag zu ermöglichen. Schon während des Malprozesses waren sowohl die Kinder als auch die Eltern begeistert. Einige Patientinnen und Patienten wollten sogar direkt selbst zum Pinsel greifen, was sie in Teilen auch taten.

All die Begeisterung, die Interaktion und das Interesse der anwesenden Personen bestätigten den Künstlerinnen und Künstlern noch vor der Fertigstellung den Erfolg des Projekts. Auch die Ärztinnen und Ärzte kommentierten das Projekt positiv und nennen die Räume nicht mehr A1, A2 und A3, sondern Delfin-, Eisbär-, und Pinguinraum.

Der Lions Club Limburg Goldener Grund, der das Projekt mitfinanzierte, möchte nun ein Ausmalheft mit den kreierten Meeresbewohnern erstellen. Das Titelbild wird die Schülerin Elisabeth Koch beisteuern. Darüber hinaus sollen weitere Malprojekte der Tilemannschule im St. Vincenz-Krankenhaus unterstützt werden.

Fotos: P. Janning. Weitere Fotos finden Sie in den Kunstgalerien auf der Startseite rechts.
Text: Anaya Baig, Marie Gillen, Carina Menche