Kunstprojekt Kinderklinik 2025

Tag der offenen Tür

Am Samstag, den 01.11.2025, öffnete die Tilemannschule Limburg ihre Türen für alle interessierten Viert­klässlerinnen und Viert­klässler sowie deren Begleitung. Auch für Interessenten der gymnasialen Oberstufe gab es ein Informationsangebot, um die Entscheidung über die zukünftige Schullaufbahn leichter zu machen.

Der Tag der offenen Tür bietet neben den unterjährigen Veranstaltungen wie Theateraufführungen oder Musikdarbietungen eine hervorragende Gelegenheit, die Räumlichkeiten der Schule, das pädagogische Konzept sowie die Lehrkräfte kennenzulernen. So gab es Führungen durch Lehrkräfte durch die verschiedenen Gebäudeteile mit den modernen Fach- und Unterrichtsräumen, Informationsveranstaltungen durch die Schulleitung, Schnupperunterricht u.a. in den Fremdsprachen und dem Hauptfach NAWI sowie vielfältige Mitmachangebote, welche durch Lehrkräfte angeleitet und durch unsere Schülerinnen und Schüler unterstützt wurden.

All diese Angebote sollen den zukünftigen Fünftklässlerinnen und Fünftklässlern sowie ihren Eltern helfen, eine bewusste Entscheidung für die Tilemannschule sowie für die verschiedenen Wahlmöglichkeiten an der Schule zu treffen. So können etwa nach der individuellen Entwicklung und Neigung Englisch, Latein oder Französisch als erste Fremdsprache belegt werden. Zudem kann ein Musik- oder Sportprofil gewählt werden. Letzteres Angebot gilt ab dem kommenden Schuljahr und stellt eine Neuerung dar: Die Wahlmöglichkeit richtet sich an sportbegeisterte und -talentierte Kinder, die in einer zusätzlichen wöchentlichen 4. Sportstunde ihre Bewegungsfähigkeiten unter Beweis stellen können. Voraussetzung ist u.a. ein Aufnahmetest.

Alle Besucher konnten sich ein umfangreiches Bild vom pädagogischen Angebot der Schule sowie der Lernatmosphäre machen und nahmen dazu die Gesprächsangebote durch die Schulleitung und die Lehrkräfte wahr. Auf der Homepage finden sich weitere Informationen zu den Profilen der Schule sowie zur Ganztagesbetreuung und alles weitere Wissenswerte. Anfang 2026 findet weiterhin ein Grundschulinformationsabend statt.

Klangvolle Experimente – die Klasse 5g3 im Schülerlabor „Physik in Aktion“

Am 04.11.2025 besuchte die Klasse 5g3 im Rahmen des Nawi-Unterrichts das Schülerlabor „Physik in Aktion (PiA)“ der Justus-Liebig-Universität Gießen. Dort drehte sich an diesem Tag alles um das Thema Akustik.

An verschiedenen Experimentierstationen konnten die Schülerinnen und Schüler selbst ausprobieren, wie Töne entstehen und sich ausbreiten. Besonders beliebt war die Wasserorgel, bei der sich durch unterschiedliche Wasserstände die Tonhöhe veränderte. Auch an den Stationen mit Holz- und Blasinstrumenten wurde eifrig ausprobiert und musiziert.

Ein weiteres Highlight war der Wassersturm, bei dem die Kinder sehen konnten, wie Bewegung und Schwingung zusammenhängen. Und mit einer gerußten Glasplatte wurden Schallwellen sogar sichtbar – ein beeindruckendes Erlebnis!

Der Besuch im Schülerlabor war für alle ein spannender und abwechslungsreicher Vormittag. Die Klasse 5g3 hatte viel Spaß beim Forschen und Entdecken – und nahm ganz nebenbei eine Menge neues Wissen über Schall und Akustik mit zurück in die Schule.

Kleine Welt – Große Wirkung!

Kunstprojekt aus dem Unterricht von Frau Michel

Veranstaltungsreihe „35 Jahre Deutsche Einheit – Das Gute an Deutschland ist…“ an der Tilemannschule

Anlässlich des 35. Jahrestages der Deutschen Einheit haben Schülerinnen und Schüler der Tilemannschule Limburg unter dem Motto: „Das Gute an Deutschland ist…“ rund um den Tag der Deutschen Einheit mehr als 35 Aktionen durchgeführt. In einer Zeit, in der die Erinnerung an die Teilung Deutschlands für viele junge Menschen nur noch Geschichte ist, setzten sich unsere Schülerinnen und Schülern mit den Werten der Einheit, Vielfalt und Demokratie auseinander. Die Veranstaltung wurde von den Leistungskursen Politik und Wirtschaft der Q1 in enger Zusammenarbeit mit der Schülervertretung (SV) organisiert und durch das Engagement zahlreicher Lehrkräfte unterstützt. So konnten sich die vielen kreativen und interaktiven Aktionen, Projekte und Ausstellungen aus allen Jahrgangsstufen wirklich sehen lassen: z.B. eine Ausstellung mit Motiven zur deutschen Einheit mit Gedanken von Schülerinnen und Schülern, digitale Beteiligungsformate, ein Mentimeter-Voting zur Frage „Das Gute an Deutschland ist…“ der Jahrgangsstufen 7- Q3, eine Diskussionsrunde zu „ Einigkeit, Verdruss und Freiheit“ – 35 Jahre deutsche Einheit im Talkshow- Format oder auch das „Zeitzeugen-Memorial“ mit Beschäftigung zu Berichten über Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus der Zeit der SED-Diktatur. Stationenlernen von Schülerinnen und Schülern oder auch die Kinderschminkaktion der Oberstufenkurse Kunst und PoWi sowie der SV für die Jahrgangsstufe 5, zeigten eindrucksvoll das vielfältige Angebot und wie unsere Schülerschaft sich mit der Bedeutung der deutschen Einheit auseinandersetzt und Demokratie und Gemeinschaft aktiv lebt.

Kunstprojekte

Aus dem Unterricht von Frau Janning

Schule in Afrika

Projekte der SV

Zur Seite der Schülervertretung

Scheckübergabe an die Fly & Help-Stiftung

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde erfolgte am 22. Mai die Scheckübergabe an die Fly & Help-Stiftung. Dafür war Reiner Meutsch mit seinem Team erneut persönlich an die Tilemannschule nach Limburg gekommen.

Im Beisein des Schulsprechers Inan Inci sowie der Schülervertretung, des Schulleiters Dr. Holger Fröhlich, der ehemaligen Schulleiterin Regine Eiser-Müller sowie den Klassensprecherinnen und Klassensprechern nahm die Stiftung den symbolischen Spendenscheck im Wert von 35.466 Euro sichtlich erfreut entgegen. Der Spendenwert ist eine wahnsinnige Leistung der gesamten Schulgemeinde und ihrer Förderer.

Das gespendete Geld wurde bereits in den Bau des Schulgebäudes im Senegal gesteckt: Frau Eiser-Müller verschaffte sich persönlich einen Eindruck vor Ort und schaute, wie die Gelder ausgegeben wurden. Sie besichtigte das neue Schulgebäude, sprach mit dem Schuldirektor und lernte den Unterricht hautnah kennen. Auch besuchte sie weitere Schulen, die über die Stiftung finanziert wurden. Mit farbenfrohen Bildern und Eindrücken von motivierten und freundlichen Schülerinnen und Schülern im Gepäck berichtete sie den Tilemannschülerinnen und -schülern von ihren Erlebnissen.

Anfang Januar ist eine Reise von Mitgliedern der Schulgemeinde geplant, damit sich noch mehr einen Eindruck vor Ort verschaffen können.

Text: MNC
Fotos: SV, EIM

„Lassen Sie das nicht zu!“ – Eindringliche Worte einer Holocaust-Überlebenden

Stille.

Selten findet man einen Ort in der Schule, an dem Stille herrscht.

Am Montag, den 28.04.2025, herrschte trotz voll besetzter Mensa durch die Jahrgangsstufe E Stille. Grund war Henriette Kretz-Daniszewska, geboren 1934 in der polnischen Stadt Stanisławów (heute Ukraine), Holocaust-Überlebende.

Schaute man in der rund zweistündigen Veranstaltung, welche die Geschichtslehrkräfte Julia Teich und Fabian Zipp über das Bistum Limburg organisiert hatten, in die Gesichter der Jugendlichen, sah man Betroffenheit, Fassungslosigkeit, Aufmerksamkeit und echtes Interesse an der Überlebensgeschichte der verfolgten Zeitzeugin der Nazi-Diktatur.

Henriette Kretz-Daniszewskas Leben begann als das eines ganz normalen Kindes. Ihr Vater praktizierte im Jahr ihrer Geburt als HNO-Arzt, ihre Mutter arbeitete als Anwältin. Doch bereits im Alter von circa fünf Jahren vernahm sie in ihrem Wohnort in der Nähe von Opatów im südöstlichen Polen das erste Mal das Wort „Krieg“ und schon bald spürte sie als Kind, was das bedeutete: Nach dem Überfall auf Polen im Herbst 1939 floh die Familie vor den heranrückenden Deutschen. Henriette kam mit ihren Eltern zuerst nach Lemberg. Dort versorgte ihr Vater Verwundete, die sich Hitlers Eroberung Polens entgegenstellten. Bald darauf zogen sie weiter ins benachbarte Sambor, wo ihr Vater Direktor eines Sanatoriums für tuberkuloseerkrankte Kinder wurde. Da der Vater aus Verantwortung für die kranken Kinder mit seiner Familie nicht mit den Russen flüchtete als die Deutschen die Gebiete besetzten, spürte die Familie bald die Folgen ihrer Entscheidung: Henriette durfte nicht zur Schule, ihr Vater erhielt ein Berufsverbot, seit dem 9. Lebensjahr trug sie sichtbar den Davidstern.

Henriette war eine Jüdin unter vielen, die genau wie Sinti und Roma laut der arischen Rassentheorie kein Recht auf Überleben hätten. Ein Offizier sprach zu ihr als Kind: „Es gibt zwei Völker, die unmenschlich sind: die Juden und die Sinti und Roma.“ In nur fünf Jahren wurden sechs Millionen Juden und 150000 Sinti und Roma vernichtet. Henriette, dem Tode immer nahe, überlebte den Abtransport der jüdischen Kinder, das Ghetto, die monatelangen geheimen Verstecke hinter einem Schrank, im Kohlekeller und auf einem Dachboden. Von den Nazis entdeckt und ins Gefängnis geworfen, entkam sie, musste dann aber kurz vor Kriegende miterleben, wie ihre Eltern erschossen wurden. Sie selbst konnte fliehen.

In eindringlichen Worten erzählt die Zeitzeugin, wie übermächtig das Gefühl der Einsamkeit zu diesem Zeitpunkt war: sie hatte kein Zuhause mehr, keine Eltern und Bekannte, sie wusste nicht, wem sie noch trauen konnte. Denjenigen, die sie verstecken würden, drohte selbst die Todesstrafe. Schließlich kämpfte sie sich von Busch zu Busch bis zu einem Waisenhaus vor, in welchem eine ehemalige Mitarbeiterin ihres Vaters als Nonne das Heim leitete. Diese erkannte das Mädchen, gab ihr einen anderen Namen, nahm sie im Heim auf und versteckte sie dort, was ihr das Leben rettete

Henriette Kretz-Daniszewska, welche nach dem Krieg auf Umwegen nach Antwerpen kam, studierte später Kunstgeschichte und wurde Lehrerin für Französisch in Israel, wo sie insgesamt 13 Jahre lang lebte. 1969 kehrt sie nach Antwerpen zurück. Ihre Erinnerungen hat sie in dem Buch „Willst du meine Mutter sein?“ festgehalten. Seit 2024 gibt es auch eine kurze filmische Dokumentation des SWR unter diesem Link. Ihr ist es wichtig, ihre Geschichte immer wieder zu erzählen und im Besonderen die Jugendlichen anzusprechen: „Ich bin gekommen, damit ihr nicht in einer Diktatur lebt. Ich bin nicht gekommen, um euch Märchen zu erzählen, sondern die Wahrheit. Ich habe sie erlebt. Macht, dass das nicht noch einmal passiert.“

Sichtlich ergriffen verließen die Schülerinnen und Schüler die Mensa. Einige suchten im Anschluss das persönliche Gespräch, um noch einige Momente innezuhalten. Wer sich weiter mit dem Thema befassen will, findet unter https://zeitzeugen.bistumlimburg.de/ Hinweise für weitere Zeitzeugenprojekte.

Textgrundlage: Selina Baer, ROS

Text: MNC