Ein Aquarium zieht in die Schule ein
Das Projekt „Leben nach dem Labor“ verbindet Tierwohl und forschendes Lernen
Seit Kurzem gibt es an der Tilemannschule einen ganz besonderen neuen Lernort: In Raum N11 ist ein Aquarium eingezogen. Mehr als 20 Zebrabärblinge, fünf Panzerwelse, Schnecken und Garnelen haben dort ein neues Zuhause gefunden. Im Unterricht können die Schülerinnen und Schüler nun hautnah beobachten, wie die Tiere leben, sich ernähren und miteinander interagieren.
Das Aquarium ist Teil des Projekts „Leben nach dem Labor – Vom Versuchstier zum Begleiter für forschendes Lernen im Nawi- und Biologieunterricht“. Ziel des Projekts ist es, Zebrabärblinge, die für die Eiproduktion zu Forschungszwecken nicht mehr eingesetzt werden können, nachhaltig weiterzuvermitteln. Gleichzeitig soll die praxisnahe naturwissenschaftliche Bildung an Schulen gestärkt werden.
Ins Leben gerufen wurde das Projekt in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main, dem Tierhaus der Goethe-Universität und der Abteilung Didaktik der Biowissenschaften. Möglich wurde die Einrichtung des Aquariums durch die Fördergelder der Vereinigung von Freunden und Förderern der Johann Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main e. V. Sie stellt der Tilemannschule das Aquarium samt technischer Ausstattung als Dauerleihgabe zur Verfügung.
Betreut wird das Aquarium von der Klasse 5g3 im NaWi-Unterricht und vom Biologie-Leistungskurs Q1 unter der Leitung von Frau Fredl. In fünf Unterrichtsmodulen gehen die Schülerinnen und Schüler den spannenden Fragen nach. Durch genaues Beobachten, eigene Fragestellungen und praktische Untersuchungen entdecken die Schülerinnen und Schüler biologische Zusammenhänge selbstständig. Sie lernen, ihre Beobachtungen zu beschreiben, Vermutungen zu entwickeln und Ergebnisse zu bewerten.
Das Aquarium ist dabei weit mehr als ein Anschauungsobjekt. Es ist ein Begleiter für forschendes Lernen und bietet die Möglichkeit, Verantwortung für Tiere zu übernehmen. Die Schülerinnen und Schüler beobachten die Fische und anderen Wasserorganismen aufmerksam und setzen sich mit deren Bedürfnissen auseinander.
Gemeinsam mit Herrn Grede von der Goethe-Universität entwickelten sie deshalb wichtige Verhaltensregeln im Umgang mit den Tieren. Diese wurden gemeinsam besprochen, formuliert und im Raum festgehalten. So ist allen klar, worauf beim Beobachten, Füttern und Pflegen zu achten ist.
Das Aquarium macht biologische Prozesse unmittelbar erlebbar und eröffnet den Schülerinnen und Schülern einen faszinierenden Zugang zur Welt der Gewässer. Es bringt ein Stück lebendige Natur in die Tilemannschule – und lädt dazu ein, mit offenen Augen zu beobachten, neugierig zu fragen und gemeinsam zu forschen. (Text und Bild: Fredl)



