Preisverleihung des 73. Europäischen Wettbewerbs an der Tilemannschule

Unter dem Motto „Dein Europa: Recht, Respekt – Realität?!“ stand in diesem Jahr der 73. Europäische Wettbewerb, an dem sich bundesweit sowie an deutschen Schulen im Ausland insgesamt 74.938 Schülerinnen und Schüler beteiligten. Die feierliche Preisverleihung am 11.06.2026 für die Region fand in der Aula der Tilemannschule statt, die zugleich als Gastgeber fungierte.

Für einen schwungvollen Auftakt sorgte der Sextanerchor der Tilemannschule, der mit einem mitreißenden Stück gleich zu Beginn für gute Stimmung sorgte und bei vielen Gästen bereits Vorfreude auf die bevorstehenden Sommerferien weckte.

Schulleiter Dr. Holger Fröhlich begrüßte die Schülerinnen und Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule Dauborn, des Gymnasiums Philippinum Weilburg, der Adolf-Reichwein-Schule sowie der Tilemannschule. Ebenso hieß er zahlreiche Ehrengäste willkommen, darunter Jochen Reinhardt vom Staatlichen Schulamt, Bürgermeister Dr. Marius Hahn, Dietmar Langusch, Vorsitzender der Europa-Union, sowie Roland Gawinski, Landesbeauftragter des Europäischen Wettbewerbs für Hessen.

In seiner Ansprache betonte Fröhlich die besondere Bedeutung europäischer Werte, die angesichts aktueller Krisen zunehmend unter Druck geraten seien. Gerade deshalb würdigte er die intensive Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit Themen wie Kinderrechten, Meinungsfreiheit und sozialer Gerechtigkeit. Persönlich erinnerte er an seine eigene Kindheit, in der Reisen innerhalb Europas noch mit Grenzkontrollen und Geldwechsel verbunden gewesen seien – ein deutlicher Kontrast zur heutigen Freizügigkeit.

Auch Bürgermeister Hahn und Jochen Reinhardt hoben in ihren Reden die Vorteile eines geeinten Europas hervor. Sie unterstrichen die Aktualität der europäischen Grundwerte und lobten das Engagement der jungen Teilnehmenden, die sich kreativ und kritisch mit gesellschaftlichen Herausforderungen auseinandergesetzt haben.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung präsentierten drei Schülerinnen exemplarisch ihre ausgezeichneten Arbeiten. Eline Ahl vom Gymnasium Philippinum Weilburg stellte ein Bild vor, das junge Menschen auf einem Konzert zeigt und die Themen Diversität, Gemeinschaft und Kreativität in den Mittelpunkt rückt. Charlotte Theuke setzte sich in ihrem Werk kritisch mit großen Medienkonzernen auseinander und stellte die Europäische Union symbolisch als schützende Kraft im „Haifischbecken“ der Tech-Giganten dar. Fabienne Zanger thematisierte in ihrem Beitrag die weiterhin bestehende Ungleichberechtigung von Frauen und regte zum Nachdenken über gesellschaftliche Strukturen an.

Auszüge aus einem selbst verfassten Tagebuch präsentierten zudem Beli Ahmad, Paula Neu, Emilia Hahn und Phyllis Göbel. Darin thematisierten sie das Problem häuslicher Gewalt und zeichneten die Entwicklung eines jungen Mädchens nach, das Gewalt mit Liebe gleichsetzt.

Für einen weiteren musikalischen Höhepunkt sorgte Sarah Leber, die auf dem Cello die bekannte Eurovisionsmelodie interpretierte. Im Anschluss daran folgte die feierliche Übergabe der Urkunden und Preise an alle Preisträgerinnen und Preisträger durch Schulleiter Fröhlich. Eine besondere Würdigung erfahren die Bundespreisträger und -preisträgerinnen, die ihre Auszeichnungen im Rahmen des Hessentages in Fulda erhalten werden.

Den gelungenen Abschluss der Veranstaltung gestaltete ein Teil der WU-Kurse „Wir sind Europa“ der Tilemannschule mit einer bewegenden Darbietung von „Freude, schöner Götterfunken“. Der gemeinsame Gesang unterstrich eindrucksvoll den europäischen Gedanken der Gemeinschaft. Der andere Kursteil stellte mit viel Engagement ein selbstgemachtes Buffet zusammen, das im Anschluss zum Verweilen und Austausch einlud.

Die Preisverleihung erwies sich insgesamt als feierliche und rundum gelungene Veranstaltung, die das Engagement der Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise würdigte. Ein großer Dank gilt Judith Zerbe für die Organisation dieser gelungenen Veranstaltung.